Blocktage wie diese

Fünf Frauen.
Fünf Eigenschaften.

Historische und literarische Persönlichkeiten, die durch ihr Leben und Wirken außergewöhnliche menschliche Qualitäten verkörpern.

Unab­hängig 1740 – 1807

Jeanne Barret

Französische Naturforscherin & Botanikerin

Jeanne Barret war eine außergewöhnlich unabhängige Frau des 18. Jahrhunderts. Obwohl Frauen damals nicht auf französischen Forschungsschiffen mitreisen durften, verkleidete sie sich als Mann, um an der Weltumsegelung von Louis Antoine de Bougainville teilzunehmen.

Gemeinsam mit dem Botaniker Philibert Commerson sammelte sie auf der Reise tausende Pflanzenarten und arbeitete wissenschaftlich auf Augenhöhe mit ihm. Ihre Entschlossenheit, gesellschaftliche Regeln zu umgehen und eigene Entscheidungen zu treffen, zeigt ihre starke Unabhängigkeit. Trotz großer Risiken behauptete sie sich in einer von Männern dominierten Welt und gilt heute als die erste Frau, die die Erde umrundete.

Mutig 1901 – 1992

Marlene Dietrich

Deutsch-amerikanische Schauspielerin & Sängerin

Marlene Dietrich galt als besonders mutig, weil sie sich offen gegen das NS-Regime stellte, obwohl dies ihre Karriere und Sicherheit gefährden konnte. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte sie die amerikanischen Truppen, trat für alliierte Soldaten an der Front auf und engagierte sich öffentlich gegen die Nationalsozialisten.

Auch in ihrem Privatleben zeigte sie Mut, indem sie gesellschaftliche Rollenbilder infrage stellte und selbstbewusst ihren eigenen Lebensstil lebte. Dadurch wurde sie zu einem Symbol für Haltung, Freiheit und Zivilcourage.

Empa­thisch 1907 – 1975

Mascha Kaléko

Deutschsprachige Dichterin

Mascha Kaléko verkörpert eine tiefe, fast schmerzhafte Empathie, die das Fundament ihres gesamten Lebens und literarischen Schaffens bildete. Im Berlin der 1930er-Jahre traf sie mit ihrer „Gebrauchslyrik" den Nerv der einfachen Leute — sie besaß die seltene Gabe, alltägliche Sorgen, Sehnsüchte und Liebeskummer so feinfühlig in Worte zu fassen, dass sich die Menschen zutiefst verstanden fühlten.

Durch die erzwungene Emigration vor den Nationalsozialisten verlor sie ihre sprachliche Heimat. Anstatt zu verbittern, verwandelte sie ihren eigenen Schmerz in universelle, tröstende Poesie. Bis zu ihrem Lebensende blieb ihre Lyrik ein zutiefst mitfühlendes Echo auf die Einsamkeit und Heimatlosigkeit der menschlichen Existenz.

Stark 1533 – 1603

Queen Elisabeth I.

Königin von England

Queen Elisabeth I. von England verkörpert historische Stärke sowohl durch politische Durchsetzungskraft als auch durch persönliche Unbeugsamkeit in einer von Männern dominierten Welt. Schon ihre Jugend war von existenziellen Bedrohungen geprägt: Nach der Hinrichtung ihrer Mutter Anne Boleyn wurde sie für unehelich erklärt und entging unter ihrer Halbschwester Maria I. nur knapp der Hinrichtung.

Als sie 1558 den Thron bestieg, nutzte sie ihren Status als „jungfräuliche Königin" geschickt als politisches Druckmittel. Ihren machtvollsten Moment der Stärke bewies sie 1588, als sie die spanische Armada bezwang — unvergessen durch ihre Rede, in der sie erklärte, zwar den Körper einer schwachen Frau, aber das Herz eines Königs von England zu besitzen.

Resi­lient 1923 – 2011

Chava Rosenfarb

Polnisch-kanadische Schriftstellerin in jiddischer Sprache

Chava Rosenfarb gilt als eine der bedeutendsten jiddischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts und verkörpert den Begriff der Resilienz in höchstem Maße. Trotz der unvorstellbaren Schrecken des Holocausts — sie überlebte das Ghetto in Łódź sowie die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen — ließ sie sich ihren kreativen Geist und ihren Überlebenswillen nicht brechen.

Bereits im Ghetto trotzte sie der geistigen Vernichtung, indem sie heimlich Gedichte schrieb. Nach dem Krieg verarbeitete sie das Erlebte in monumentalen literarischen Werken wie der Trilogie Der Baum des Lebens, wodurch sie der jiddischen Sprache und Kultur ein bleibendes Denkmal setzte.

Impressum: Christina Hofstetter, Rohr im Kremstal

Kontakt: E-Mail blocktage@blocktage.at

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